Berufsschule für
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Auslandspraktikum Südtirol 2017

Ich absolvierte mein Auslandspraktikum vom 22. Mai 2017 bis 9. Juni 2017 in der 2 469 Ein­wohner-Gemeinde Tirol, die in Südtirol - Italien - liegt. Ich hatte mich auch deshalb für das Praktikum in Südtirol beworben, weil die Amtssprache neben Italienisch auch Deutsch ist.

Da ich für die Landeshauptstadt München arbeite, hat mich im Vorhinein auch angespro­chen, dass es sich um eine kleinere Gemeinde handelte. Es war also eine ganz neue Erfah­rung für mich.

Ein Problem ergab sich bereits zu Beginn meines Praktikums: Ich besitze kein eigenes Auto. Glücklicherweise ist das Fernbusnetz mittlerweile sehr gut ausgebaut, sodass ich vier Stunden von München nach Meran – der nächstgrößeren Stadt – brauchte. Meine Gasteltern boten an, mich vom Fernbusbahnhof in Meran abzuholen und nach Ablauf der drei Wochen auch wieder dort hinzubringen. Generell ist mir die Gastfreundschaft der Südtiroler sehr positiv aufgefallen. Dies gilt auch für meine ArbeitskollegInnen.

Der Arbeitsweg war ein ca. 40-minütiger Fußweg, vorbei an vielen Weingärten, anderen Pensionen und Hotels, begleitet von einem herrlichen Bergpanorama. Mein Arbeitsplatz war das Rathaus der Gemeinde und das Bauamt, welches aus arbeitsorganisatorischen Gründen ausgelagert war. Während dieser drei Wochen beschäftigte ich mich mit verschiedenen Softwareprogrammen, sortierte Dokumente und wertete Statistiken aus. Dadurch bekam ich einen guten Einblick in das Verwaltungssystem einer kleineren Gemeinde. So konnte ich die größten Unterschiede zum Beispiel im Bewerbungsverfahren für öffentliche Ämter ausmachen und war sehr überrascht, dass eine kirchliche Hochzeit ausreichte, um eine gültige zivilrechtliche Ehe zu schließen. Auch der italienische Verwaltungsaufbau und die Selbstständigkeit einiger italienischer Provinzen führte mir vor Augen, welche besonderen Gegebenheiten im Ausland herrschten, die ich in Deutschland für selbstverständlich hielt. Die Gemeindebeschäftigten übernahmen viel übergreifende Verantwortung, haben persönlicheren Bürgerkontakt als ich ihn aus der Großstadt kenne und ihre Aufgabengebiete sind sehr vielschichtig. Meine KollegInnen aus dem Gastland waren immer beschäftigt und hatten häufig viele Herausforderungen zu meistern. Dabei haben sie sich gegenseitig stets unterstützt und Rückhalt gegeben, was das Arbeitsklima sehr positiv beeinflusst hat.

Meine Wochenenden verbrachte ich in der Stadt Meran, beim Wandern oder – wenn es zu heiß zum Wandern war – in Museen, wie dem Landesmuseum für Kultur- und Landesge­schichte. Dieses war im Schloss Tirol untergebracht und die Ausstellungen waren interaktiv. Am meisten hat mich jedoch das Pflegezentrum für Vogelfauna beindruckt. Dort habe ich die in Südtirol herrschende Zweisprachigkeit zum Beispiel bei der Greifvogelflugschau auch außerhalb der Arbeit erfahren. Diese Naturverbundenheit der Tiroler beeindruckte mich. Um ihre wunderschöne Landschaft zu erhalten, trennen sie beispielsweise den Müll sehr sorgfältig -worauf jeder Gast auch deutlich hingewiesen wird.

Das Praktikum hat mir sehr viel Freude bereitet und ist ein Höhepunkt meiner Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte gewesen.

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