Berufsschule für
Rechts- und Verwaltungsberufe

Auslandspraktikum Südtirol 2018 (2)

Am 14.05.2018 begann mein Auslandspraktikum in Südtirol – Italien.  Das Praktikum sah ich als eine Chance meinen Ausbildungsberuf in einem anderen Land kennenzu­lernen.

Mein Praktikumsbetrieb war die Gemeinde Riffian. Eine Besonderheit an der Ge­meinde stellte ich schnell fest: Riffian bildet mit der Nachbargemeinde Kuens eine Verwaltungsgemeinschaft. In Bayern ist das nicht so selten, aber in Italien kommt so ein Bündnis zweier Gemeinden kaum vor. Der Ablauf in dieser Verwaltungsgemein-schaft funktioniert aber reibungslos und hat einige Vorteile, weil beide Gemeinden sehr klein sind (Riffian hat ca. 1 300 Einwohner). Daher sind Riffian und Kuens für viele Gemeinden in Italien ein Vorbild.

In der Verwaltung wurde ich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen und hatte immer etwas zu tun. Die Mitarbeiter waren rund um die Uhr beschäftigt und fanden trotzdem Zeit mir etwas beizubringen oder meine Fragen zu beantworten. Sie ließen mich zuschauen und erklärten mir einiges. Außerdem durfte ich selbständig arbeiten und auch meine eigenen Ideen miteinbringen. Die drei Wochen über war ich für den Postausgang zuständig, was mir viel Spaß machte. Ich lernte andere Computer-Pro­gramme kennen, da die Gemeinde Riffian die gängigen Software-Programme, wie zum Beispiel Microsoft Word oder Microsoft Excel, nicht installiert hatte. Besonders interessant war das Sitzungsprogramm. Dort durfte ich unter anderem Beschlüsse protokollieren. Dass es doch einige gravierende Unterschiede zur deutschen Verwaltung gibt, hat mich etwas überrascht. So haben die Südtiroler keinen klassischen Personalausweis wie wir ihn kennen, sondern eine sogenannte "Identitätskarte". Das Problem dabei ist, dass dieser „Ausweis“ in einigen Ländern bei der Einreise nicht mehr anerkannt wird. Das soll allerdings schon bald geändert werden und die Südtiroler sollen dann auch einen gängigen Personalausweis bekommen.

Ich war in einer Ferienwohnung direkt in Riffian untergebracht, sodass ich zu meinem Arbeitsplatz nur fünf Minuten zu Fuß brauchte. In meiner Freizeit ging ich oft zum Wandern, da man die Berge ja direkt vor der Tür hat. Außerdem besuchte ich einige Male die Kurstadt Meran. Diese Stadt ist wunderschön und hat viele kulturelle Sehenswürdigkeiten zu bieten. An unserem "Kulturtag", gleich dem ersten Tag des Auslandspraktikums, konnte ich den Botanischen Garten von Schloss Trautmannsdorf bewundern. Diese Anlage rund um das Schloss ist wirklich eine Besichtigung wert, vor allem zu dieser Zeit als alles blühte. Wenn es die Temperaturen zuließen, konnte ich im Freibad des Nachbardorfes schwimmen und den herrlichen Blick auf die Berge genießen.

Durch das Praktikum habe ich sehr viel Neues gelernt, in beruflicher Hinsicht, aber auch für mich persönlich. An einem Auslandspraktikum teilzunehmen, kann ich jedem nur ans Herz legen.

 

Sophia Mühlhuber (Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten)

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